Name des Projekts: Auf der Suche nach einer neuen Heimat – Flucht und Migration
Träger:  Imbuto e.V. www.imbuto.net
Ort: Dorfgemeinschaftshaus Sichertshausen-Fronhausen
Zeitraum: Oktober bis Dezember 2015 (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung)

Auf der Suche nach einer neuen Heimat ...

Warum verlassen Menschen ihre Heimat Eritrea oder Somalia? Warum machen sie sich auf den gefährlichen Weg durch die Sahara, über das Mittelmeer oder den Landweg? Warum nehmen sie in Kauf, dass sie die Reise eventuell nicht überleben und bezahlen viel Geld für die oft tödliche Reise? Aus Eritrea und Somalia am Horn von Afrika machen sich besonders junge Menschen auf die Suche nach einer neuen Heimat. Was sind ihre Gründe, wie ist die Situation in ihrer Heimat? Welche Hoffnungen haben sie und ihre Familien?

Darüber wurde am 5. Dezember 2015 mit den Referenten diskutiert:

Dr. Aklilu Ghirmai, freiberuflich als wissenschaftlicher Berater tätig, Sozial- und Flüchtlingsberater in der Eritreischen Katholischen Gemeinde Frankfurt am Main.
Mohamedeqq Ali Abdi, Betriebswirt, ist gebürtig aus Somalia und lebt seit November 2014 in Marburg.
Die Vorträge und Gespräche waren auf Deutsch, Tigrinya (Eritrea) und Somali. Im Anschluss an die Vorträge war Zeit und Raum für Begegnungen, gemeinsames Essen und für einen kleinen afrikanischen Markt.

Die Veranstaltung war mit ca. 80 Teilnehmenden sehr gut besucht. Ca. die Hälfte der Teilnehmenden waren junge Frauen und Männer aus Eritrea, Äthiopien, Somalia. Die anderen (überwiegend Ehrenamtliche) kamen aus dem Vogelsbergkreis, Friedberg, Frankfurt, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Biedenkopf, Rauschenberg, Marburg, Lohra, Fronhausen, Sichertshausen, Bellnhausen, Weimar, Roth u.a.

Viele Teilnehmenden wünschten sich weitere Veranstaltungen, insbesondere auch in dieser Mehrsprachigkeit.  Alle Referenten, ÜbersetzerInnen und HelferInnen haben zugesagt, auch zukünftig solche Aktivitäten zu unterstützen.
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es für alle Teilnehmenden ein Gewinn mit sehr vielen Lernerfahrungen war und der Verbesserung der Verständigung diente.
Daher werden wir diesen Ansatz der Zusammenarbeit verstetigen: „Gesichter zeigen und Stimmen hören lassen“, und damit Vielfalt erleben. Damit aus „Flüchtlingen“ Menschen und Nachbarn werden.

Rückmeldung der Teilnehmenden:

"Sehr angenehme Atmosphäre, sehr bewegend und eindrücklich"

"Sehr gute Vorträge über historische, politische Gegebenheiten in Eritrea und Somalia und Fluchtgründe wie Fluchtwege, der spontane Bericht eines jungen Mannes aus Eritrea hat sprachlos gemacht (Folter, Menschenhandel, Mittelmeer ...), die Berichte waren ergreifend."

"Die Mischung aus Info, Essen und Miteinander, der Austausch in lockerer Atmosphäre"

"Die Interkulturalität, wirkliche Begegnungen, die Gäste setzten sich so, wie sie ankamen und nicht – wie sonst üblich - nach Gruppen"

"Die Vielsprachigkeit (Deutsch, Englisch, Tigrinya, Somali) war beeindruckend, dass alles in Tigrinya übersetzt wurde"

"Die Flüchtlinge bekamen ein Gesicht, waren keine Masse mehr, Respekt vor ihnen, ihre Höflichkeit, Respekt und Aufmerksamkeit gegenüber Anderen (da könnte sich mancher Deutsche etwas abschauen, schade, dass nicht mehr aus der Gemeinde da waren, hätte das negative Bild der Flüchtlinge, das in den Medien vermittelt wird, verändert)."

"Das Essen Injera war hervorragend, sehr lecker, die Frauen und Männer aus Eritrea haben sich sehr gefreut, dass sie einen Beitrag geleistet haben"

"Die Offenheit, spontane Beiträge aus dem Publikum zuzulassen"

"Hohe Zufriedenheit unter den Teilnehmenden, intensives positives Feedback an die VeranstalterInnen, der Glückspfennig war ein schönes Geschenk"

Fazit:

Wir haben unser Ziel zu 100% erreicht. Ein besseres Verständnis der Fluchtursachen und der aktuellen Situation der Flüchtlinge wirkt positiv auf die Einstellungen und das Verhalten der Bevölkerung und führt somit zu einem guten Zusammenleben.