Name des Projekts: Gesichter und Geschichten
Träger: bsj Marburg
Ort: Gladenbach-Weidenhausen und Marburg
Zeitraum: Dezember 2015

Gesichter und Geschichten

Im Rahmen des Projektes „Gesichter und Geschichten“  haben drei Jugendliche aus Syrien gemeinsam mit dem bsj Marburg eine Wanderausstellung erarbeitet, die von ihrer (Flucht-) Geschichte, ihrer Heimat und dem Ankommen im Landkreis Marburg-Biedenkopf berichtet. Bei regelmäßigen Treffen erzählten die jungen Syrer, gestützt durch ihre eigenen Handyfotos, ihre Geschichten und Hoffnungen. Diese wurden anschließend in Form von drei Rollups grafisch dargestellt und sollen zukünftig Schulen und andere Institutionen zugänglich gemacht werden. 

Mögen einige Fotos dieser Ausstellung auf den ersten Blick zunächst an Urlaubsfotos erinnern, offenbaren sie beim genaueren Hinsehen verschiedene Stationen der Flucht dieser Jugendlichen von Syrien bis in den Landkreis Marburg-Biedenkopf.

In individuellen Fluchttagebüchern haben die Jugendlichen außerdem ihre Erinnerungen festgehalten, den Weg aus Syrien nachgezeichnet, ihrer Entscheidung zu fliehen erinnert, von den Erlebnissen auf der Flucht und von ihrem Ankommen in Deutschland berichtet und sie teilen ihre Gedanken zur alten und zur neuen Heimat.

Im Rahmen der Lebensweltbezogenen Schulsozialarbeit ist zudem eine Jugendgruppe aus Steffenberg (Hinterlandschule) an diesem Projekt beteiligt, die derzeit ein Handout für den Unterricht zur Ausstellung entwirft. Mit diesem Handout werden zukünftig die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler unterstützt, den Besuch der Ausstellung praxisnah und jugendgerecht vor- und nachzubereiten.

Fazit

Dieses Partizipationsprojekt war geprägt von einer sehr hohen Beteiligung der Jugendlichen und der Selbstbestimmung der Darstellung ihrer Geschichten. Aufgrund dessen konnten die Jugendlichen ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit erleben;  ihre Geschichten wurden ernst genommen und ein Dialog mit anderen jungen Menschen konnte zustande kommen. Das Projekt erfasst eindrücklich, wie wichtig es für unbegleitet geflohene Jugendliche ist, eine neue Heimat zu finden, ihre Geschichte zu teilen und  zu verarbeiten.