Name des Projekts: Parken verboten
Träger: Jugendarbeit mitWirkung! Dautphetal
Ort: Dautphetal
Zeitraum: 2017

Parken verboten – Verschönerung der Parkanlage in Dautphetal

Wer parkt, hält sich in einem Park auf, um zu entspannen, zu quatschen oder einfach nur abzuhängen, oder?! Weil das bis dahin in der Hinterland-Gemeinde Dautphetal nicht möglich war, gestalteten Jugendliche im Jahr 2018 die überschaubare, bolzplatzgroße Parkanlage im Ortsteil Dautphe zu einem Treffpunkt mit Liegewiese um. Sie konstruierten drei Riesensessel aus Paletten und eine ergonomisch geschwungenen Holzliege für die Parkbesucher*innen.

„Vorher fehlte es an jugendgerechten Möglichkeiten, um sich gern dort aufzuhalten“, sagt Patrick Schmidt, der das misch mit!-Jugendprojekt als Sozialpädagoge begleitet hat. „Die Jugendlichen wollten aber nicht nur etwas für sich selber tun, sondern die Gemeinde fördern.“ Die Sitz- und Liegegeräte können auch andere Personen nutzen, die zuvor an den ebenfalls im Park aufgestellten Trimmgeräten Herz, Kreislauf und Muskeln gestärkt haben oder eine Runde spazieren gehen.

Um ihr Projekt umzusetzen mussten die Jugendlichen mit verschiedenen Personen und Institutionen der Hinterland-Gemeinde ins Gespräch kommen. „Es war ein Zusammenspiel vieler Akteure“, sagt Patrick Schmidt.  Die Teenager informierten sich im Bauamt über die Umgestaltungsmöglichkeiten, unternahmen mit der Bauamtsleitung eine Ortsbegehung, fertigten Skizzen der Sitz- und Liegemöglichkeiten an und präsentierten bei Gemeindeversammlungen ihre Ideen. „Es hat mich beeindruckt, wie viel wir erreichen konnten, weil wir im Team zusammengearbeitet haben“, sagt der heute 19-jährige Leon Löffler, der damals mitgebaut hat.

„Ideenaustausch und Planung nahmen bestimmt ein halbes Jahr in Anspruch, was für Jugendliche ein langer Zeitraum ist“, betont Schmidt. Der Bürgermeister der Hinterland- Gemeinde war dabei von den Plänen sofort begeistert, es gab aber auch Gegenstimmen. „Einige Gemeindevertreter*innen trauten den Jugendlichen nicht zu, den Park zu verschönern.“  Schließlich wurde an einem verlängerten Mai-Wochenende mit schulfreiem Brückentag gebaut. „Von morgens bis abends haben die sechs Jungen und Mädchen Holz gesägt, geschraubt, abgeschliffen und lasiert“, berichtet der Pädagoge.

Auch die Handwerksarbeit selbst wurde von verschiedenen Betrieben aus der Gemeinde unterstützt. Eine Firma aus dem Ortsteil Buchenau stellte kostenlos Paletten zum Umbau zur Verfügung.  Ein in der Nähe des Parks ansässiger Elektrobetrieb öffnete seine Werkstatt für die vor Ort zu erledigenden Arbeiten. Zur Konstruktion der Liege erhielten die Jugendlichen außerdem die Unterstützung eines holzverarbeitenden Betriebs mit Knowhow und Maschinen. „Dort wurden wir beraten und dann wurden unsere Hölzer an Spezialmaschinen erst einmal in die richtige Länge und Form gebracht“, sagt Schmidt.

Während des Bauwochenendes an Himmelfahrt brachten schließlich immer wieder Bürger*innen aus Dautphetal Schokolade und Nervennahrung zur Stärkung vorbei.  Als die Liegewiese mit den Sitzgeräten dann sonntags eröffnet wurde, gab es einen Pressetermin mit Gemeindevertreter*innen, Bürgermeister und Jugendhilfevertreter*innen. „Da räumte ein Redner ein, dass er anfangs große Zweifel an dem Projekt gehabt habe, nun aber hin und weg sei von dem, was die Jugendlichen auf die Beine gestellt hatten“, erinnert sich Patrick Schmidt.  Und weil an diesem Tag Konfirmation in Dautphetal gefeiert wurde, waren viele Menschen unterwegs, die in den Park kamen und den Jugendlichen eine positive Rückmeldung gaben. „Das war sehr wertschätzend“, erinnert sich Patrick Schmidt. (ybo)